Die weiße Fahne in der Hand hilft dem Mann nicht: Beim Spaziergang mit seinem Hund wird ein Ukrainer von einer heranfliegenden Drohne getötet. Videos dieser Art gibt es hundertfach. Die russischen Drohnenpiloten "trainieren", indem sie in Frontnähe Zivilisten jagen, sagt Oberst Reisner.
Ein unscharfer Film, aus der Luft aufgenommen: Zwei Männer gehen eine verlassene Landstraße entlang. Sie tragen eine weiße Fahne, ein schwarz-weiß gescheckter Hund läuft neben ihnen. Dann erscheint von links dieses kleine, fliegende Etwas im Bild. Eine Drohne. Am Ende des Videos, das die ukrainische Armee im Internet veröffentlicht hat, werden die Männer leblos auf der Straße liegen. Getroffen von einer tödlichen Explosivladung, die der kleine Quadkopter über ihnen abgeworfen hat. Der Hund, auch getroffen, zuckt noch.
Über die Herkunft dieses Videos und das, was es zeigt, gibt es Aussagen, die sich direkt widersprechen. "Auf den veröffentlichten Bildern ist ein Kriegsverbrechen der Armee der Russischen Föderation festgehalten", sagt das ukrainische Militär. Das Video belege Tötungen von Zivilisten durch ukrainische Drohnenpiloten, behaupten russische Medien.
Plausibel erscheint die russische Variante nicht, es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Ukrainer solcher Methoden bedienen. Dennoch lässt sich nicht unabhängig überprüfen, ob eine russische oder eine ukrainische Drohne den verbrecherischen Schlag gegen die beiden Spaziergänger ausgeführt hat.